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Sturmsegler - gegen psychische Gewalt

Was ist psychische Gewalt?

Psychische Gewalt ist ein – bewusst oder unbewusst – systematisch und dauerhaft angelegter Prozess, in dem ein Täter ein Opfer durch verschiedene Mittel herabwürdigt oder emotional schädigt und dabei auf körperliche Gewalt verzichtet. Die Gewalt spielt sich auf der verbalen, nonverbalen und emotionalen Ebene ab und äußert sich z.B. durch Drohungen, einschüchterndes und kontrollierendes Verhalten, verbale Beleidigungen, Erniedrigungen, Ignoranz, Verleumdung bis hin zu Rufmord.

Neben diesen „alltäglichen“ Formen psychischer Gewalt dürfen extreme Methoden wie Deprivation (Isolation) und „weiße Folter“ nicht unerwähnt bleiben. Da dies jedoch eine gesonderte Betrachtung erfordert, werden wir im folgenden nur „alltägliche“ und oftmals sozial geduldete Formen beleuchten.

Psychische Gewalt entsteht aus einem Kampf um Aufmerksamkeit.

Da die emotionale Kompetenz in unserer Gesellschaft nur schwach ausgeprägt ist, sind die wenigsten Erwachsenen in der Lage emotional gut für sich und andere zu sorgen. Belastendes Verhalten ist daher eher die Regel als die Ausnahme. Psychische Gewalt kann jedoch parasitäres Ausmaß annehmen und so zur Gefahr für andere werden. Wenn bestimmte Verhaltensweisen prägend für die Kommunikation und die Beziehungsgestaltung sind und alle Konfliktlösungsversuche und logischen Argumentationen scheitern, kann professionelle Unterstützung notwendig werden. In vielen, wenn nicht sogar fast allen Fällen des so genannten „Burnout“, aber auch anderen Störungen, muss die Beteiligung von psychischen Gewaltstrukturen mit berücksichtigt werden.

Aus psychologischer Sicht kann psychische Gewalt wie fahrlässige Körperverletzung mit Krankheitsfolge betrachtet werden. Dennoch ist das Problem juristisch schwer in den Griff zu bekommen, weil die entsprechenden Gesetze fehlen. Psychische Gewalt kommt häufig im Familienverbund vor, aber auch am Arbeitsplatz oder allen Orten, wo Menschen dauerhaft miteinander zu tun haben. Reale Abhängigkeiten, die einen Kontaktabbruch verhindern, erschweren die Lage der Betroffenen.

Allerdings hat jeder Mensch die Möglichkeit mit Hilfe eines psychischen Lernprozesses aus Gewaltstrukturen auszusteigen und durch Bewusstheit resistent gegen psychische Übergriffe zu werden. Wer seine Lebensschwierigkeiten als Lernaufgaben definieren kann, ist gut beraten. Die Klärung der eigenen Position und die Reflexion der eigenen Verletzbarkeit ermöglichen den Ausstieg. Hilfreich für Teams, Unternehmen aber auch Familien sind klare Normen, für deren Einhaltung die Gruppe gemeinschaftlich unter Einbeziehung der Außensicht durch Dritte sorgt.

Natürlich gibt es unterschiedliche Ausprägungen von psychischer Gewalt. Hier soll es um das „normalschädigende“, sozial gebilligte Verhalten gehen. Im Folgenden finden Sie ein paar weit verbreitete Beispiele mit Hintergrundinformationen und einem kurz skizzierten, möglichen Ausstiegsszenario. Natürlich können die Sturmsegler nur informieren und sensibilisieren.

In leichteren Fällen kann diese Information schon helfen, um die eigene Position zu reflektieren und zu stärken. Wer alleine nicht weiter kommt, tut sich und allen anderen einen Gefallen, wenn er/sie die Berührungsangst vor professioneller Unterstützung überwindet.

Allgemein bekannte Formen psychischer Gewalt

Die allgemein bekannten Formen psychischer Gewalt sind Mobbing, Bossing, Bullying und Cyberbullying. Dabei handelt es sich nicht um einzelne Gewalttaten, sondern um Sammelbegriffe. Mit welchen Methoden gemobbt oder gebosst wird, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Im Vordergrund dieser Begriffe steht das Ziel, das (bewusst oder unbewusst) durch die einzelnen Handlungen verfolgt wird.

Mobbing

Cyberbullying


Bullying

Bossing


Beispiele für „alltägliche“ psychische Gewalt

Demütigung

Manipulation über Schuldzuweisung


Manipulation über Angst (Einschüchterung

Ignorieren, Liebesentzug


Was können Sie konkret für sich tun?

  • Den Erkenntnisschock überwinden
  • Sich Wissen aneignen
  • Sich für Kompetenz entscheiden
  • Täterloyalität erkennen und den eigenen Selbstwert wieder aufbauen
  • Sich selbst etwas Gutes tun

Den Erkenntnisschock überwinden

Sich für Kompetenz entscheiden

Sich selbst etwas Gutes tun


Sich Wissen aneignen

Täterloyalität erkennen und den eigenen Selbstwert wieder aufbauen



Im Sturm fliegen lernen

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